Schule anstatt Bildungsministerium
Schule anstatt Bildungsministerium
Offener Brief an die Landesregierung Schleswig-HolsteinSehr geehrter Herr Ministerpräsident Carstensen,
in Gedanken baue ich neue Schulen, moderne Schulen, Schulen in denen große Visionen Wirklichkeit werden. Sie sind hell und licht, aus Glas und voller Freude. Da sie natürlich auch in Erreichbarkeit meiner Kinder sein sollen, denn sie sollen ja auf diese wunderbaren, modernen Schulen gehen, suche ich, ebenfalls in Gedanken, ein schönes Grundstück für die Verwirklichung meines Planes. Geprüft habe ich bereits einige Grundstücke in der Feldstraße und am Hindenburgufer, denn die Kinder sollen natürlich Wasserblick haben. Das erweitert den Horizont. Aber wie auch immer ich die Grundstücke durchgehe, keines erscheint mir optimal. Heute morgen, bei einem Rundgang durch mein Haus, fand ich nun endlich ein Grundstück, welches all meinen Ansprüchen genügt. Was soll ich sagen, ich bin sehr zufrieden mit meinem Fund. Es ist das Grundstück auf dem derzeit das Bildungsministerium steht. Nachdem man es eingerissen hat, müsste man leider wieder ähnlich hoch bauen, um zu einem zufrieden stellenden Wasserblick für die Kinder zu kommen, aber ich denke es ist okay. Nun erschrecken Sie, denn wo soll das Bildungsministerium hin? Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, meine neueste Erkenntnis ist, dass dieses Ministerium mit seinen Mitarbeitern überflüssig geworden ist, ähnlich wie viele Millionen Arbeitsplätze auf der Welt, die heutzutage von Computer und Technik ersetzt werden. Bildungspolitik mache ich Ihnen heute nahezu kostenneutral mit einer Hand voll top Leute von einem einzigen Rechner aus meiner Küche heraus und nebenbei koche ich sogar noch Bohnen für die Familie, denn sie darf ja auch nicht zu kurz kommen. Denken Sie an Wikipedia und Toyota, nichts ist unmöglich. Und keine Sorge um die Mitarbeiter des Ministeriums, wir werden sie weiterbilden und vielleicht sind sie ja sogar als Hiwis an der neuen Schule geeignet. Die Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin könnte mir bei extremen Engpässen im Haushalt helfen, so wie ich ihr heute bei den chronischen Engpässen ihrer Bildungspolitik helfe. Sie sehen, meine Visionen, für alle ein Gewinn.
So verbleibe ich denn, in Vorfreude auf etwaige Verhandlungen über das Grundstück, auf dem das Bildungsministerium steht, herzlichst
Ihre
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Learning Without Borders - 11. Dez, 11:10


