Fragen UND Antworten!
Kinder brauchen Fragen UND Antworten!
Vor einiger Zeit habe ich einem Lehrer kennen gelernt. Wir standen so beieinander und es kam dazu, dass wir uns vorstellten. "Hallo", sagte der Lehrer und erzählte, dass er ein Lehrer sei. "Ahhh", sagte ich, "ein Lehrer, Lehrer treffe ich ja immer wieder gerne." "Wieso", fragte da der Lehrer. "Ja, Lehrer wissen eben Bescheid, sie kennen die Antworten auf die Fragen, die mir meine Kinder so alltäglich stellen und wenn ich mal etwas überhaupt nicht weiß, da habe ich gerne ein, zwei Lehrer in Petto, die ich dann anrufen kann", erwiderte ich. Was ICH denn mache, fragte da der Lehrer. "Ich bin Hausfrau und habe einen etwas anderen Leitfaden zur Verbesserung der Allgemeinbildung geschrieben", sagte ich. "Wie sind sie denn darauf gekommen?", hakte er nach. "Naja", sagte ich, "die Frage wird mir immer wieder gestellt, das hatte viele Gründe, aber ein ganz wesentlicher war, dass ich auf die Fragen meiner Kinder keine befriedigenden Antworten wusste. Insbesondere aus der Schule kamen viele Fragen und Hausaufgaben, zu denen meine Kinder nur unsichere Antworten und Lösungen bekamen. Um ihnen zu helfen, musste ich auf die Suche nach Antworten gehen. Sie selber waren damals noch zu klein. Wie und wo ich die Antworten im Alltag so fand, habe ich dann aufgeschrieben und so ist der Leitfaden entstanden. Wissen Sie, ich frage mich, warum man den Kindern nicht zu den Aufgaben, die man ihnen stellt, eindeutige Antworten mitgibt." "Ach", sagte da der Lehrer, "da treten sie bei mir offene Türen ein. Das sehen zwar nicht alle Kollegen so, aber ich fordere schon seit langem den Kindern die Lösungen zu den Aufgaben zu geben." "Ach", erwiderte ich nun hellauf erfreut, "genau! Wir brauchen eindeutige und sichere Lösungen. Sehen sie, ich habe die Mathematik erst wirklich im Studium verstanden. Da haben sie uns nämlich zu den Aufgaben die Lösungen dazu gegeben."
Es war ein sehr nettes Gespräch mit dem Lehrer und ich fühlte mich in meiner Forderung bestätigt, den Kindern eindeutige Lösungen zu geben. Die Lehre bleibt vielen Schülern ein Geheimnis, wenn man ihnen keine klaren Lösungen gibt. Ja, ich wage zu behaupten, viele scheitern, weil man ihnen keine Lösungen gibt. Der Kasus Knacktus in unserem Bildungssystem sind meiner Ansicht schlicht und einfach fehlende Lösungen. Deshalb fordere ich hier und heute von den Verantwortlichen, den Kindern die Lösungen zu ihren Aufgaben zu geben. Aber, wen interessiert es? Wer hat Lust auch noch Geld für die Lösungsbücher auszugeben?
Die einzigen Kinder, die keine Lösungen benötigen, sind übrigens die Lehrerkinder, die haben sie nämlich meistens. Denn es gibt zu den meisten Aufgaben in unserem Schulsystem Lehrerlösungen, die auch nur die Lehrer bestellen können. Wie ungerecht...
Und aus dem Äther schreien Millionen von Kindern nach Antworten, aber niemand will sie hören...
© Loriotta 11.1.06
Lösungen für Kinder
also natürlich gibt es viele Lösungshefte für noch mehr Schulbücher. Und natürlich gibt es genauso Lösungshefte, die nur für Lehrer bestimmt sind. Die bekommt man dann nur mit einem Schulstempel. Aber fast alle Lernhilfen gibt es mit Lösungen, die im Buch entweder beigelegt sind oder mit dem Buch fest verbunden sind. Bei Schulbüchern schaut die Sache wie gesagt anders aus. Da gibt's oft auch für die Lehrer keine Lösungen ;-). Aber daran alleine liegt's auch nicht. Vieles von den Lerninhalten scheint mir schlicht veraltet zu sein. Und vieles wird nicht einmal "gelernt" - denn dazu müßten die Schüler wissen, wie man lernt. Das wiederum wissen sie nicht, weil ihnen das in der Schule nicht beigebracht wurde. Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz!
lg Windrider



Ok, ok ... so ein paar Aufgaben hätte er dann schon noch: Anwesenheitskontrolle, die Klasse zur Turnhalle führen, am "Wandertag" den Busfahrer einweisen etc. Denn Lehrer die noch wirklich lehren können sind selten geworden. Das ist doch oft der letzte Rest Spannungsbogen der noch bleibt zwischen "Lehrer" und Klasse nämlich "was kommt raus?".
Wenn der Schüler jetzt jedoch als "Anhang A" in seinem Schulbuch so ein richtig schön angerichtetes Lösungsbuffet vorfindet, ja womit soll er sich denn dann selber noch zur Aufmerksamkeit im Unterricht reitzen? Oder zum mentalen Durchbeissen bei den Hausaufgaben? "Och, keine Lust ..." - schlag nach im Anhang A. Ne, ne ... das gibt nur noch mehr "Flinte ins Korn"-Werfer.
Oder bin ich zulange aus der Schule? Denn Du schreibst ja in deinem Text
"... zu denen wir nur unsichere Antworten und Lösungen bekamen."; das soll aber doch wohl nicht heissen, dass die Lehrer deiner Kinder selber nicht die Lösungen der Hausaufgaben wissen? Oder wie?
Absolut! da geb ich dir recht. Wobei Du (oder wir) hier gewaltig gegen den Strom rudern. Denn diese Autorität und Disziplin kann natürlich nicht erst in der Schule beginnen, die müsste schon früher "installiert" worden sein. Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wie will man den sowas von einer Gesellschaft einfordern, in der Sendungen wie "Die Supernannie" Quotenbringer sind? In der die Zahl der Fälle von Kindesverwahrlosung immer mehr steigt? In der man Kinder ein Zimmer nebendran verhungern lässt? Vor den Schülern bräuchten zu allererst mal viele Eltern ein Lösungsheft - vermutlich auch für sich selber! Hier wirds dann schwierig, denn was mir in den zwei Folgen "Supernannie", die ich gesehen hab, aufgefallen ist, welche Distanz da zwischen der Mutter und ihrem "Problemkind" war; emotionale Distanz oder eigentlich konkret Ablehnung von Seiten der Mutter. Also ich weiss nicht ... vielleicht sollte man mal über nen Elternführerschein nachdenken.
Von CleverTV haben mir jetzt schon mehrere Leute positives erzählt, habs selber noch nicht geguckt. Aber ist schon krass, wenn sich die Feinmütigen in den Nachrichten für Vorschulkinder informieren bzw. das Abendprogramm nur in Begleitung ihres Therapeuten durchstehen.
Doch während wir hier flammende Blogeinträge verfassen, wurde mittlerweile in Holland das erste Kind im dortigen Big Brother Haus geboren und vermutlich auch gezeugt - "dezent" hinter so einer Stellwand, also zumindest die Geburt ... KRANK
Da kann man schon mal kurz neidisch werden. Die Schweden, Finnen usw. die habens irgendwie besser im Griff bzw. in den Griff bekommen (was man so hört, selber leben tut man da ja nicht). Aber ich denk das liegt am Gen-Charakter. Diese nordischen Völker haben sowas Unneidisches, Offenes und Sympatisches an sich, da kann ja nur ein sympatischer Staat bei rauskommen.