Freier Zugang zu Lösungen von Schulbüchern
Sollten Schüler freien Zugang zu den derzeit nicht zugänglichen Lösungen für Schulbücher haben?
Ein Schüler (15) eines Kieler Gymnasiums erörtert..."Viele Schüler haben oft Probleme mit schwierigen Hausaufgaben. Hausaufgaben können deshalb nur unzureichend oder auch gar nicht gelöst werden. Auch ich habe öfters Probleme Hausaufgaben zu lösen. Es stellt sich nun die Frage, ob Schüler freien Zugang zu den derzeit nicht zugänglichen Lösungen für Schulbücher haben sollten.
Natürlich gibt es Argumente, die dagegen spechen, dass die Lösungen für die Schulbücher freigegeben werden. Diese möchte ich im Folgenden näher erläutern.
Es liegt nahe zu denken, dass Schüler die Lösungen einfach nur abschreiben, ohne die Aufgabe wirklich zu verstehen. Dieses Verhalten ist allgemein bekannt. Auch ich kenne es aus meiner Klasse.
Weiterhin entstehen zusätzliche Kosten durch den Erwerb von Lösungsbüchern. Schon jetzt sind die Etats von Familien oder Schulen stark eingeschränkt, weshalb man sich fragen muss, wer die Zusatzmaterialien bezahlen soll. In meiner Klasse könnte es sich nicht jedes Kind leisten.
Ein weiteres Argument gegen die Freigabe könnte außerdem sein, dass der hohe Verwaltungsaufwand die Schüler überfordert. Schon jetzt vergessen Schüler in meiner Klasse ihre Bücher oder Arbeitsmaterialien.
Man kann aber auch einschneidende Argumente finden, die dafür sprechen, dass Schüler freien Zugang zu den derzeit nicht zugänglichen Lösungen für Schulbücher haben sollten.
Zuerst möchte ich anführen, dass Schüler ihre Hausaufgaben mit Lösungen besser lösen können. Sie kommen deshalb gut vorbereitet in den Unterricht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es stets sehr hilfreich war, wenn ich eine Aufgabe nicht lösen konnte, die Lösung aber im Internet, z.B. bei Wikipedia, fand. Leider war dies nicht immer der Fall. Oft genug blieben Aufgaben ungelöst.
Ein weiteres Argument ist, dass die Schüler mit den Lösungen die Aufgaben schneller und effektiver lösen können. Sie gewinnen so wieder mehr Freizeit für Hobbys und sportliche Aktivitäten, denn diese sind für das allgemeine Lernverhalten des Kindes sehr wichtig.
Das für mich wichtigste Argument ist aber, dass die Schüler sich selbst kontrollieren können und keine Hilfe der Eltern oder gar Nachhilfe mehr benötigen. Sie können sich Lösungswege besser erschließen und so effektiver lernen. Nahezu jedes schulbegleitende Buch aus dem Buchhandel hat die Lösungen für die Aufgaben beiliegen. Ich selber habe mit diesen Büchern aus dem Buchhandel schon viel gelernt und habe festgestellt, dass ich mir durch die Lösung stets den richigen Lösungsweg erschließen konnte.
Nur unter folgenden Bedingungen ist es weiterhin vertretbar, dass man die Lösungen für Schulbücher nicht freigibt. So kann es zum Beispiel sein, dass für einen bestimmten Aufgabentypus eine Freigabe nicht sinnvoll erscheint. Ich denke da an Kopfrechenaufgaben. Außerdem scheint eine Freigabe der Lösungen bei kleinen Klassen mit pädagogisch erstklassig ausgebildeten Lehrern auch nicht nötig. Ansonsten spricht alles dafür den Schülern freien Zugang zu den Lösungen zu ermöglichen. Die hohen Kosten wären auch nicht mehr so schlimm, da bei Massenbestellungen die Kosten sinken würden.
Insgesamt ist zu sagen, dass es zukunftweisend wäre, die Lösungen für Schulbücher auszugeben, da die Vorteile in einem dahingehend geänderten System überwiegen. Es besteht die Hoffnung den gordischen Knoten des schwächelnden Bildungssystems durch Freigabe der Lösungen für Schulbücher zu lösen.
Ich bin dafür, dass Schüler freien Zugang zu den derzeit nicht zugänglichen Lösungen für Schulbücher haben."
Siehe auch: Aktion Freigabe der Lehrerlösungen
Learning Without Borders - 26. Sep, 17:37


